SingleView


 NEWS »  
05.02.09

Studie des Berlin-Instituts: Gemischte Integrationserfolge in Deutschland

Von: cm-fi

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat die Integrationserfolge einzelner Migrantengruppen verschiedener Herkunft untersucht. Als gelungene Integration wird dabei die Annährung der Lebensbedingungen von Menschen mit Migrationshintergrund an die der Einheimischen definiert. Im Durchschnitt am besten integriert sind die rund zwei Millionen Menschen aus der EU-25 ohne Südeuropa. Ebenfalls gute Integrationswerte weisen die deutschstämmigen Aussiedler auf, die mit knapp vier Millionen die größte aller Herkunftsgruppen bilden.

 

Zum Teil massive Integrationsmängel bestehen dagegen bei Einwanderern aus Afrika, dem ehemaligen Jugoslawien und aus der Türkei. Von den hier lebenden 2,8 Millionen Türkischstämmigen ist knapp die Hälfte schon in Deutschland geboren. Diese zweite Generation schafft es jedoch kaum, die Defizite der meist gering gebildeten Zugewanderten aus den Zeiten der Gastarbeiteranwerbung auszugleichen. So sind auch noch unter den in Deutschland geborenen 15- bis 64-Jährigen zehn Prozent ohne jeden Bildungsabschluss – siebenmal mehr als unter den Einheimischen dieser Altersklasse. Nur 14 Prozent haben das Abitur, nicht einmal halb so viele wie in der deutschen Bevölkerung, weniger auch als bei den anderen Zuwanderergruppen. Dementsprechend schwach fällt ihre Integration in den Arbeitsmarkt aus.

 

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Armin Laschet erklärte, die Zahlen gäben ein realistisches Bild. Heutige Migrantenkinder hätten jedoch dank früherer Sprachförderung bessere Chancen. Nötig sei „eine Mentalität, dass Aufstieg möglich ist, wenn man sich anstrengt“ sagte Armin Laschet.

 

Türkischstämmige Muslime kritisierten die Studie. Der Islamwissenschaftler Bekir Alboga sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die Behauptung, wonach türkische Einwanderer schlechter in Deutschland integriert seien als andere Zuwanderergruppen, müsse noch wissenschaftlich bestätigt werden. Er verwies darauf, dass in Deutschland viele erfolgreiche türkische oder türkischstämmige Unternehmer, Mediziner, Schauspieler, Autoren und Journalisten lebten.

 

Die Studie kann gegen eine Schutzgebühr von sechs Euro beim Berlin-Institut bestellt werden. E-Mail an: info['ät']berlin-institut.org.

 




druckenseitenanfang
Aktuelles

Aktuelles

30.08.10

Polenz greift Sarrazin scharf an

Nach seinen umstrittenen Thesen über Migranten in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ legt...


20.07.10

Integrationspreis 2010 der Deutschen Islam Konferenz

Der Preis für Projekte von und mit Muslimen


20.07.10

De Maizière drängt auf islamische Studiengänge

Tagung „ Islamische Studien in Deutschland“ in Köln


12.07.10

Heinrich-Böll-Stiftung Veranstaltung zur Interkulturellen Schulentwicklung am 24. September 2010

„Vom multikulturellen Klassenzimmer zum multikulturellen Lehrerzimmer“ lautet der Titel einer...


07.07.10

Zwischen Zwangsheirat und Selbstbestimmung

Fachtagung am Freitag, den 12. November 2010

 


News Archiv

News-Archiv