Grußwort des Bundestagspräsidenten
anlässlich der Auftaktveranstaltung der Christlich-Muslimischen Friedensinitiative am 19. Februar 2008 in Berlin.
PROF. DR. NORBERT LAMMERT
PRÄSIDENT DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES
Exzellenzen,
verehrte Kolleginnen und Kollegen aus den Parlamenten und Regierungen und
Verwaltungen des Bundes, der Länder und der Kommunen,
meine Damen und Herren,
es gab Zeiten in Deutschland, da reichte das fröhliche Bekenntnis zu einer
multikulturellen Gesellschaft als Nachweis der Weltoffenheit, Toleranz und
Modernität völlig aus. Die Zeiten haben sich geändert und die Debatten auch. Die Christlich-Muslimische Friedensinitiative lädt zu der heutigen Auftaktveranstaltung mit dem ausdrücklichen Hinweis ein: „Weltweit zeichnen sich Spannungen zwischen islamischen Kulturenkreisen und der westlichen Welt ab, auch in Deutschland.“
Und dieser Hinweis auf die Lage wird verbunden mit einer Absichtserklärung: „Die Christlich-Muslimische Friedensinitiative möchte helfen, Brücken zu schlagen.“ Eine solche Initiative unterstütze ich gerne. Sie ist nicht einfach, aber sie ist nötig. Und ich bin überzeugt, sie ist auch möglich. In den Begrüßungsworten ist schon mehrfach ein allgemeiner Hinweis auf die nicht einfache Lage erfolgt. Ruprecht Polenz hat von der Neigung oder der Versuchung zu wechselseitigem Misstrauen gesprochen. Tatsächlich lassen sich aus einer Reihe von Daten, von Umfragen, diese Versuchung, diese weitverbreiteten Einstellungen, Vermutungen und Stimmungen mühelos belegen. Es kann kein Zweifel daran sein, dass die Symptome einer sich verfestigenden, vielleicht vergrößernden Distanz zwischen denjenigen, die nach Deutschland gekommen sind, und denjenigen, die immer schon hier gelebt haben, in jüngerer Zeit eher stärker als geringer geworden sind. Und wir wissen aus Umfragen, dass sich die Vorstellung der Deutschen über den
Islam in den vergangenen Jahren jedenfalls nicht in der Weise entwickelt hat, wie es ganz offenkundig den Initiatoren dieser Aktion ausdrücklich vorschwebt.
...die vollständige Rede von Prof. Dr. Norbert Lammert lesen.


