Erste Muslimische Ministerin in Deutschland
Der Ministerpräsident Niedersachsens, Christian Wulff, berief Aygül Özkan zur Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration.
Özkan wird als erstes Gastarbeiterkind Ministerin in Deutschland. Die Juristin und gläubige Muslimin war 2004 in Hamburg der CDU beigetreten und hat schnell Parteikarriere gemacht. Seit 2008 saß sie in der Hamburger Bürgerschaft.
Die künftige Sozialministerin Niedersachsens will unter anderem Ausländerkinder so früh wie möglich in Kitas schicken, „ damit sie die Sprache und die hiesige Kultur kennenlernen. Dafür werde ich kämpfen.“, sagte sie in ihren ersten Interviews.
In ihrem neuen Amt wolle sie die Integration von Zuwanderern mit der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik verbinden. So wolle sie sich beispielsweise für Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte einsetzen, damit diese eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Die Politikerin ist in der deutsch-türkischen Gesellschaft gut vernetzt. So engagiert sie sich unter anderem in der Arbeitsgemeinschaft türkischer Unternehmer und Existenzgründer sowie der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten.
Özkan forderte aber Migranten in Deutschland auf, sich stärker auf die deutschstämmige Bevölkerung zuzubewegen. „Gerade wenn man fremd ist, sei es wichtig, dass man den ersten Schritt mache und auf die Menschen zugehe. Wir schotten uns noch zu sehr ab.“, sagte die 38 jährige Managerin.
Sie äußerte sich auch über ihre religiösen Ansichten: „Ich bin nicht strenggläubig. Aber ich feiere mit meiner Familie die islamischen Feiertage. Allerdings erkläre ich meinem Sohn auch, was Weihnachten ist. Ich finde, das ist eine gesunde, moderne Art, Religion zu praktizieren“, sagte Özkan der Bild-Zeitung.


