Gemeinsame Erklärung gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus zum 9. November
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers: „Holocaust ist verpflichtendes, bleibendes Erbe und für das Selbstverständnis Deutschlands konstitutiv“
Die Staatskanzlei teilt mit:
In einer Gemeinsamen Erklärung haben Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers, Dr. h.c. Harry Radzyner als Vertreter der Jüdischen Landesverbände, DGB-Chef Guntram Schneider, Arbeitgeber-Präsident Horst-Werner Maier-Hunke, Erol Pürlü für den Koordinationsrat der Muslime in Deutschland, Weihbischof Dr. Rainer Maria Woelki für die Katholische Kirche sowie Vize-Präses Petra Bosse-Huber für die Evangelischen Kirchen heute (9. November 2008) die bleibende Verpflichtung betont, die Deutschland und Nordrhein-Westfalen aus der Zeit des Nationalsozialismus erwächst.
„Heute ist ein Tag um in Erinnerung zu rufen, was vor 70 Jahren geschehen ist und wir gedenken der Schande voller Scham. Das Unfassbare verliert nicht an Bedeutung mit den Jahren und auch nicht mit der kleiner werdenden Zahl derjenigen, die es unmittelbar erlebt haben. Für Deutschland ist das Gestern auf schmerzhafte Weise konstitutiv“, so der Ministerpräsident im Rahmen der Unterzeichnung. „Wir dürfen heute aber auch den Mut haben, auf das zu blicken, was in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten neu entstanden ist. Es ersetzt nichts, dennoch dürfen wir sehen, dass Juden wieder einen Neuanfang in Deutschland wagten, hier lebten, arbeiteten und beim Wiederaufbau eines Landes mithalfen, das zerstört war: politisch, sozial und vor allem moralisch“.
Das Manifest wurde von den Vertretern der wichtigsten gesellschaftlichen Gruppen im Anschluss an einen Festakt im Landtag sowie eine Kranzniederlegung an der Alten Synagoge in Düsseldorf unterzeichnet. Der Inhalt dient der Erinnerung an den Holocaust, als „verpflichtendes, bleibendes Erbe“. Dieses Erbe sei für das Selbstverständnis Deutschlands konstitutiv. Man werde allen Bestrebungen entschieden entgegentreten, mit denen die Ereignisse verharmlost und das Erinnern an sie verdrängt werden.
Weiter heißt es in der Gemeinsamen Erklärung, dass auch in einem von Zuwanderung geprägten Deutschland und in einer sich globalisierenden Welt „die Schwere sowie die bleibende Bedeutung und Aktualität dieses Erbes“ und die daraus erwachsende Verantwortung angenommen werden. Nie wieder dürften Menschen aufgrund zugeschriebener oder tatsächlicher Merkmale diskriminiert oder verfolgt werden.
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers zeigte sich dankbar für die Einigkeit, die es zu diesem Thema über alle Grenzen hinweg gebe. „Es ist ein bedeutsames Signal, dass sich auch der Koordinationsrat der Muslime dieser Erklärung anschließt. Das zeigt, dass wir in Nordrhein-Westfalen - über alle Unterschiede des Glaubens und der Herkunft hinweg - einig darin sind, das Erinnern an den Holocaust als unser verpflichtendes Erbe anzuerkennen“.
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