Polenz greift Sarrazin scharf an
Nach seinen umstrittenen Thesen über Migranten in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ legt die Union dem SPD-Politiker Thilo Sarrazin den Rückzug aus dem Vorstand der Deutschen Bundesbank nahe.
In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ griff der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU), das Vorstandsmitglied der Bundesbank scharf an: „Sarrazin legt einen neuen Aufguss seiner islamfeindlichen und menschenverachtenden Tiraden gegen muslimische Migranten vor. Ich frage mich, wie lange die Deutsche Bundesbank dem noch tatenlos zuschauen will.“
Der Außenpolitiker und Vorsitzende der cm-fi warf Sarrazin vor, durch rassistische Äußerungen Ressentiments gegen Migranten zu schüren. „Er macht nach, was der Rechtspopulist Geert Wilders in den Niederlanden vorgemacht hat“, sagte Polenz. „Als Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank bekleidet Sarrazin ein hohes nationales Amt. Wenn ein solch wichtiger Funktionsträger derart mit Vorurteilen, Unterstellungen und bösartigen Verallgemeinerungen operiert, wird auch das Bild Deutschlands im Ausland eingetrübt“, erklärte der CDU-Politiker. Es stimme nachdenklich, dass NPD und DVU besonders laute Loblieder auf Sarrazin anstimmten. „In der Union hätte Sarrazin keinen Platz. Latenter Rassismus ist mit christlichen Wertvorstellungen unvereinbar.“
Empört reagierte Kanzlerin Angela Merkel auf die Aussagen Sarrazins über Migranten. Er diffamiere und spitze „sehr polemisch“ zu, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Zuvor hatte SPD-Parteichef Sigmar Gabriel Sarrazin den Austritt aus der Partei nahegelegt. Ein Ausschlussverfahren war vor Monaten gescheitert.


